Bauerngruppe Alt-Brettheim 1504 e.V.

Geschichte

Kooperationen

Vereinsleben

Geschichte

Vom Bauernwagen zur großen Gemeinschaft

Die Wurzeln der Bauerngruppe Alt-Brettheim reichen bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Beim ersten Peter-und-Paul-Fest im Jahr 1950 rollte ein geschmückter Bauernwagen durch die Straßen Brettens. Damals war noch vieles improvisiert, doch der Wagen voller Feldfrüchte zeigte bereits den Wunsch, auch den einfachen Bauernstand im Festgeschehen sichtbar zu machen.

In den 1950er-Jahren entstand daraus langsam eine erste Bauerngruppe. Helmut „Billy“ Hell kleidete Schüler in bäuerliche Gewänder und ließ sie am Festzug teilnehmen. Was zunächst wie eine spontane Idee wirkte, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer festen Tradition.

Die Geburtsstunde der Bauerngruppe

Ein entscheidender Wendepunkt kam im Jahr 1960. Hermann Stoll nahm gemeinsam mit seiner Familie erstmals offiziell als Bauern am Festzug teil. Anfangs noch skeptisch, ließ er sich von seiner Frau überzeugen, die Idee umzusetzen.

Beim Einzug auf den Marktplatz rief er spontan den Satz: „Hoch lebe der Bauernstand!“. Dieser Ausruf überraschte zunächst alle, wurde aber schnell zum Markenzeichen der Gruppe. Später kam augenzwinkernd der Zusatz hinzu: „Nieder mit dem Adel!“ Mit diesem Moment war die Bauerngruppe in ihrer heutigen Form geboren.

Erste Gemeinschaft und die Entstehung der Bauernschänke

Schon ein Jahr später wuchs die Gruppe auf über 30 Mitglieder an. Mit Dreschflegeln, Rechen und anderen historischen Geräten stellten sie das bäuerliche Leben dar und machten den Alltag des vierten Standes sichtbar.

1962 fand die erste Weihnachtsfeier statt – ein Zeichen dafür, dass aus einer losen Gruppe eine echte Gemeinschaft geworden war.

Ein weiteres wichtiges Ereignis folgte 1963: Nach dem Festzug trafen sich die Bauern spontan auf dem Marktplatz. Jeder brachte mit, was er zuhause hatte – Brot, Käse, Wurst, Gurken und Bier. Aus dieser geselligen Runde entstand die Idee der Bauernschänke.

Bereits im Jahr darauf richtete man eine feste Schänke in der Kelterei der Familie Hauber ein. Dort trafen sich die Bauern nach dem Festzug zum gemeinsamen Vesper. Die Bauernschänke wurde schnell zu einem beliebten Treffpunkt und gehört bis heute fest zum Peter-und-Paul-Fest.

Der Weg zum Lager am Seedamm

Mit den Jahren veränderte sich das Festgelände. Während andere Mittelaltergruppen in die südliche Altstadt zogen, lag die Bauernschänke zwischen Fahrgeschäften und Buden etwas abseits des Geschehens. Immer mehr Besucher zog es in den mittelalterlichen Bereich, sodass die Bauerngruppe eine neue Lösung suchte.

1993 entstand die Idee, eine neue Schänke am Seedamm aufzubauen. Nach Gesprächen mit der Stadt wurde das Projekt umgesetzt. Am 1. Juli 1994 öffnete die neue Bauernschänke ihre Türen.

Der Seedamm entwickelte sich schnell zu einem der beliebtesten Bereiche des Festes. Aus der einfachen Schänke entstand im Laufe der Jahre ein großes Lager mit Darstellungen, Küche, Tanz und Geselligkeit – das heutige Herzstück der Bauerngruppe.

Tanz, Reisen und neue Freundschaften

1975 wurde die Tanzgruppe gegründet. Mit Volks- und Mittelaltertänzen brachte sie eine neue, fröhliche Seite in das Vereinsleben und ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der Gruppe.

Die Bauerngruppe blieb nicht auf Bretten beschränkt. Über die Jahre hinweg führten Ausfahrten zu Veranstaltungen in ganz Deutschland und ins Ausland, unter anderem nach Spanien, Dänemark, Italien, Belgien, Polen und Frankreich.

Eine besondere Freundschaft entstand 1989 bei einem Besuch in der Lutherstadt Wittenberg. Dort gründete sich später eine „Tochtergruppe“, aus der wiederum eine Gruppe in Petershagen-Eggersdorf bei Berlin hervorging. Mit dieser verbindet die Brettener Bauern bis heute eine enge Partnerschaft.

Die Bauerngruppe heute

Heute zählt die Bauerngruppe Alt-Brettheim über 300 Mitglieder und ist eine der größten und aktivsten Gruppen des Peter-und-Paul-Festes. Besonders prägend ist der starke Familiencharakter: Oft sind mehrere Generationen gleichzeitig im Verein aktiv.

Im Lager am Seedamm zeigen die Bauern jedes Jahr, wie das Leben um 1504 aussah – vom Dreschen und Mahlen bis zum Kochen über offenem Feuer. Gleichzeitig gehört auch das Feiern mit Musik und Tanz zum festen Bestandteil des Vereinslebens.

Unter einer jungen Vorstandschaft entstehen immer wieder neue Ideen, die Tradition und Moderne verbinden. So bleibt die Geschichte der Bauerngruppe nicht nur erhalten, sondern wird Jahr für Jahr lebendig weitergeführt.

Ganz im Sinne des alten Schlachtrufs: Hoch lebe der Bauernstand!

Kooperationen

Die Bauerngruppe ist nicht nur in Bretten aktiv. Seit vielen Jahren pflegen wir Freundschaften mit Gruppen in ganz Deutschland und Europa.

Besonders eng ist die Verbindung zur Bauerngruppe in Petershagen-Eggersdorf bei Berlin, mit der wir regelmäßig gemeinsame Ausfahrten und Veranstaltungen unternehmen.

Außerdem sind wir Teil des Bündnisses „Frŷheit 1525 – der Schwarzwälder Haufen“, das an die Bauernaufstände von 1524/1525 erinnert und historische Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gruppen fördert.

Bei der Bauerngruppe Alt-Brettheim ist das ganze Jahr über etwas los. Das Peter-und-Paul-Fest ist natürlich unser Höhepunkt, doch das Vereinsleben spielt sich weit darüber hinaus ab.

Wir treffen uns regelmäßig zu Tanz- und Musikproben, Arbeitseinsätzen, Ausfahrten und geselligen Abenden. Beim Lageraufbau, beim gemeinsamen Kochen, auf Ausflügen oder beim gemütlichen Zusammensitzen entsteht echte Gemeinschaft.

Auch bei Veranstaltungen in und um Bretten sind wir aktiv. So nehmen wir zum Beispiel am Benefiz-Event „Bretten schwimmt“ teil, bei dem Vereine und Teams für den guten Zweck möglichst viele Bahnen zurücklegen. Hier sind Schwimmer und Bahnenzähler.

Zum Jahresabschluss veranstalten wir traditionell unser eigenes Oktoberfest. An diesem Abend treffen sich Mitglieder, Freunde und Unterstützer, um das Vereinsjahr gemeinsam mit Musik und Tanz, Dirndl und Lederhosen und guter Stimmung ausklingen zu lassen.

Besonders wichtig ist uns der Familiengedanke. Viele starten schon als Kinder in der Tanzgruppe und bleiben dem Verein ihr ganzes Leben treu. Nicht selten stehen Eltern, Kinder und Großeltern gemeinsam im Lager und der Schänke.

So ist die Bauerngruppe nicht nur ein Verein, sondern eine echte Gemeinschaft mit viel Herz, Humor und jeder Menge gemeinsamer Erlebnisse.

Vereinsleben

Die Bauerngruppe ist nicht nur in Bretten aktiv. Seit vielen Jahren pflegen wir Freundschaften mit Gruppen in ganz Deutschland und Europa.

Besonders eng ist die Verbindung zur Bauerngruppe in Petershagen-Eggersdorf bei Berlin, mit der wir regelmäßig gemeinsame Ausfahrten und Veranstaltungen unternehmen.

Außerdem sind wir Teil des Bündnisses „Frŷheit 1525 – der Schwarzwälder Haufen“, das an die Bauernaufstände von 1524/1525 erinnert und historische Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gruppen fördert.